Foto: Viesturs Lacis | IBSF

Rekordträchtige Herausforderung: BMW IBSF Bob & Skeleton Weltmeisterschaften 2021 presented by IDEAL Versicherung sind zu Ende

Am frühen Sonntagabend sind in Altenberg die BMW IBSF Bob & Skeleton Weltmeisterschaften 2021 presented by IDEAL Versicherung zu Ende gegangen. Athletinnen und Athleten aus 25 Nationen hatten sich in den vergangenen zwei Wochen im Osterzgebirge versammelt, um ihre Besten zu küren. Insgesamt absolvierten die Sportlerinnen und Sportler an 13 Trainings- und Renntagen in einer kumulierten Fahrtzeit von 22 Stunden mehr als 1400 Fahrten im SachsenEnergie-Eiskanal.

Die Titelkämpfe der weltbesten Bob- und Skeletonathleten fanden nicht nur unter den Bedingungen der Corona-Pandemie statt, sondern genau deswegen zum zweiten Mal in Folge in Altenberg. Der Internationale Bob- und Skeleton-Verband IBSF hatte die Weltmeisterschaften im September 2020 kurzfristig von Lake Placid (USA) nach Sachsen verlegt. Damit fanden zwei Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften erstmals in der Geschichte des Sports in Folge am selben Ort statt.

Die größte Herausforderung: Coronaschutz

Nicht die kurze Vorbereitungszeit, sondern die erforderlichen Coronaschutz-Maßnahmen und das Winterwetter der vergangenen zwei Wochen stellten OK-Chef Jens Morgenstern und sein Team vor große Herausforderungen. „Wir alle – vom Bahnarbeiter bis zum freiwilligen Helfer, von den Kollegen im Testzentrum bis zu den vielen fleißigen Händen und rauchenden Köpfen im Hintergrund – haben alles gegeben, um diese Weltmeisterschaften trotz der äußerst schwierigen Bedingungen gelingen zu lassen. Auch wenn wir keine Zuschauer begrüßen konnten, war diese WM doch eine große logistische Herausforderung“, sagt Morgenstern. 280 Helfer waren in den verschiedensten Bereichen im Einsatz, um die WM abzusichern: Bahnarbeiter, Kampfrichter, Shuttlefahrer, Sicherheitspersonal, Reinigungskräfte, Caterer sowie viele weitere mehr – und vor allem die Corona-Testcrews.

Besonders freut sich OK-Chef Jens Morgenstern darüber, dass die rund 2500 im Rahmen der WM durchgeführten Covid-Tests ausnahmslos negativ waren. Der Aufwand für die insgesamt sieben Testtage war immens. Im Einsatz waren zwei Ärzte, Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Sicherheitspersonal sowie Orga-Helfer und der Hygienebeauftragte des SachsenEnergie-Eiskanals, der die Abläufe koordinierte. Gemeinsam kommen sie auf insgesamt 917 Einsatzstunden. Alleine das DRK hat während der WM 522 Einweghandschuhe, je 255 Schutzkittel und FFP2-Masken, sechs Face Shields sowie 3,5 Liter Desinfektionsmittel verbraucht. Für die Dokumentation der Testreihen wurden 3200 Blatt Papier verwendet. Und damit die Konzentration nicht nachlässt, wurden 48 Liter Kaffee konsumiert.

Alle Beteiligten – vom Sportbetrieb über Journalisten bis hin zum Team des SachsenEnergie-Eiskanals – durften das Bahngelände nur mit nachgewiesenem Negativergebnis betreten. Marc Bodis, der Hygienebeauftragte des SachsenEnergie-Eiskanals ist zufrieden: „Die Umsetzung des Hygienekonzepts für die WM hat sehr gut funktioniert, alle Beteiligten haben sich sehr diszipliniert verhalten.“

„Wir sind sehr froh über den Verlauf der Weltmeisterschaften und dankbar, dass die Rennen wie geplant stattfinden konnten. Allen, die dazu beigetragen haben, gilt unser großer Dank: den Verantwortlichen des Freistaates Sachsen, des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, der Gesundheitsbehörden, der Stadt Altenberg und der IBSF sowie den Sponsoren, die uns trotz der außergewöhnlichen Umstände die Treue gehalten haben“, zieht OK-Chef Jens Morgenstern ein abschließendes Fazit.

WM der Rekorde

Sportlich waren die BMW IBSF Bob & Skeleton Weltmeisterschaften 2021 presented by IDEAL Versicherung nicht nur hochkarätig, sondern auch geschichts- und rekordträchtig. Bis auf die neuen Weltmeister im Skeleton Mixed Team, Tina Hermann und Christopher Grotheer (GER), haben alle Sieger der WM 2020 ihren Titel in diesem Jahr erfolgreich verteidigt. Neu hinzu kam die Monobob-WM der Frauen, erste Weltmeisterin wurde am Finaltag Kaillie Humphries.

Ohnehin purzelten in Altenberg wieder die Rekorde. Tina Hermann (GER) ist die erste Skeleton-Athletin mit vier WM-Titeln und nun dreien in Folge. Kaillie Humphries (USA) hat mit ihren beiden Siegen im Zweierbob und Monobob der Frauen nun insgesamt fünf WM-Titel – so viele, wie keine andere vor ihr.

Komplett in seiner eigenen Liga fuhr Lokalmatador Francesco Friedrich (GER). Sein siebentes Zweierbob-Gold in Folge war für sich genommen schon ein Rekord und zudem ein historisches in der fast einhundertjährigen Geschichte der IBSF. Mit seinem insgesamt zehnten Titel bei Bob-Weltmeisterschaften – sieben im Zweierbob und drei im Viererbob – löste Friedrich am 7. Februar 2021 nach 55 Jahren den bisherigen Rekordhalter Eugenio Monti aus Italien ab. Mit dem Sieg im Viererbob am letzten Tag der Weltmeisterschaften holte Friedrich sein viertes WM-Double in Folge – das hatte vor ihm noch kein anderer Pilot geschafft.

Die erfolgreichste Nation war Deutschland mit 15 von 21 möglichen WM-Medaillen – je fünf Mal Gold, Silber und Bronze. Die weiteren Medaillen gingen an die USA und Österreich sowie an Athleten der Bobsleigh Federation of Russia.

Alle Weltmeister und Medaillengewinner der BMW IBSF Bob & Skeleton Weltmeisterschaften 2021 presented by IDEAL Versicherung im Überblick (Gold — Silber — Bronze):

  • Zweierbob Frauen: Kaillie Humphries — Kim Kalicki (GER) — Laura Nolte (GER)
  • Zweierbob Männer: Francesco Friedrich / Alexander Schüller (GER) — Johannes Lochner / Eric Franke (GER) — Hans-Peter Hannighofer / Christian Röder (GER)
  • Skeleton Frauen: Tina Hermann (GER) — Jacqueline Lölling (GER) — Elena Nikitina (BFR)
  • Skeleton Männer: Christopher Grotheer (GER) – Alexander Tretiakov (BFR) – Alexander Gassner (GER)
  • Skeleton Mixed Team: Tina Hermann / Christopher Grotheer (GER) — Jacqueline Lölling / Alexander Gassner (GER) — Elena Nikitina / Alexander Tretiakov (BFR)
  • Monobob Frauen: Kaillie Humphries (USA) – Stephanie Schneider (GER) – Laura Nolte (GER)
  • Viererbob: Francesco Friedrich / Thorsten Margis / Candy Bauer / Alexander Schüller (GER) — Benjamin Maier / Danut Ion Moldovan / Markus Sammer / Kristian Huber (AUT) — Johannes Lochner / Florian Bauer / Christopher Weber / Christian Rasp (GER)

 

 

(US | Foto: Viesturs Lacis)

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