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Skeleton-WM: Tina Hermann gewinnt nach Wahnsinns-Aufholjagd Gold

Mit einer Wahnsinns-Aufholjagd hat sich Tina Hermann bei den BMW IBSF Bob & Skeleton Weltmeisterschaften Altenberg 2020 presented by IDEAL Versicherung zur nunmehr erfolgreichsten Skeleton-Athletin gekürt. Die 27-Jährige startete im vierten und finalen Lauf noch einmal richtig durch und zauberte eine neue Bestmarke in den ENSO-Eiskanal: Mit neuem Bahnrekord (57,77 Sek.) gewann Hermann das dritte Weltmeisterschafts-Gold ihrer Karriere und verwies die über die ersten drei Läufe führende Schweizerin Marina Gilardoni doch noch auf den Silberrang.

0,22 Sekunden trennten Hermann und Gilardoni letztendlich im Ziel voneinander. Die Deutsche konnte sich nach dem Zieleinlauf von Gilardoni nicht mehr halten und flippte vor Glück über die doch überraschend gewonnene Goldmedaille aus – für viele hatte Gilardoni schon wie die sichere neue Weltmeisterin ausgesehen.

Die Wut im Bauch hat Hermann dann in Lauf vier „Flügel verliehen“: „Ich war nach dem dritten Lauf so sauer auf mich. Ich weiß genau, dass ich hier fahren kann. Vor dem vierten Lauf habe ich mir dann gedacht, dass ich einfach mal eine sehr saubere Fahrt hier runterbringen möchte, und das ist mir auch gelungen. Ich bin so happy, dass es doch noch gereicht hat. Ein riesiges Dankeschön auch nochmal an die Bahncrew, die haben eine Wahnsinns-Arbeit geleistet und hatten so viel zu tun letzte Woche. Und es war dann auch noch Wahnsinn, dass das Wetter heute doch noch mitgespielt hat.“

Auf dem Bronzerang landete Janine Flock mit einem Rückstand von bereits 1,21 Sekunden. Die Österreicherin hatte nach Halbzeit von Platz vier noch auf das Treppchen fahren können und beendete damit eine Top-Saison – im Gesamtweltcup 2019/20 wurde Flock Zweite hinter Jacqueline Lölling.

Lölling musste bei den diesjährigen Weltmeisterschaften mit dem undankbaren vierten Platz vorliebnehmen. Nach dem ersten Lauf hatte die Brachbacherin auf dem siebten Rang gelegen, nach dem zweiten Durchgang auf dem fünften und nach Lauf drei auf dem vierten Rang.

Eine Medaille schien noch in Reichweite, doch letztendlich waren die Konkurrentinnen am heutigen Tag stärker. Ihr Rückstand auf Teamkollegin Hermann betrug bereits 1,39 Sekunden: „Ärger und Enttäuschung sind gerade die Gefühle, die überwiegen. Ich freue mich natürlich für Tina und die anderen, die haben hier einen guten Job gemacht. Ich bin leider einfach nicht richtig reingekommen in den Wettkampf, hat nicht sollen sein. Ich weiß, dass ich mehr kann, deshalb bin jetzt sehr enttäuscht über den vierten Platz.“

In die Top Sechs reihte sich die dritte deutsche Starterin Sophia Griebel ein. Mit einem Rückstand von 1,87 Sekunden wurde die WM-Dritte von 2019 sehr gute Sechste: „Mit meiner Platzierung bin ich soweit zufrieden. Wenn man die ganze Saison rückblickend betrachtet, hat es ja nicht ganz so gut für mich angefangen. Die Läufe in Altenberg waren nicht ganz optimal, da wäre vielleicht noch mehr drin gewesen. Darauf lässt sich für das nächste Jahr auf jeden Fall aufbauen.“

Neben Tina Hermanns neuem Bahnrekord sorgte besonders die Russin Elena Nikitina für Aufsehen, als diese permanent neue Bestmarken im Altenberger Eiskanal einfuhr: Dreimal zauberte Nikitina einen neuen Startrekord, der neueste fiel im vierten Lauf und beträgt nun 5,26 Sekunden.

Am Sonntag (01.03.) findet um 10.00 Uhr die WM-Premiere des Mixed Team Events Skeleton statt. Ein Team besteht aus einer Athletin und einem Athlet pro Nation. Die Skeleton-Athletin startet jeweils zuerst. Wenn sie im Ziel ist, hat ihr Team-Partner direkt im Anschluss ein Zeitfenster von 30 Sekunden für seinen Start. Die beiden Lauf-Zeiten werden addiert, das Team mit der geringsten Gesamt-Zeit gewinnt die Skeleton-Mixed-WM.

BSD / Foto: IBSF | Viesturs Lacis

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